Bedeutung

Versandstücke dürfen nur in geeignete Fahrzeuge EX/II oder EX/III verladen werden. Die Auswahl richtet sich insbesondere nach der zulässigen Explosivstoffmenge; V2 enthält zusätzliche Regeln für Anhänger und multimodale Containerbeförderungen.

Diese Vorschrift gilt für die Beförderung in Versandstücken, wenn der Code in Spalte (16) des betreffenden UN-Eintrags angegeben ist. Weitere dort genannte Codes sind gemeinsam zu beachten.

Quelle: ADR 2025 · Band II, 7.2-1, 7.2.4 · Band II, 7.5-4, 7.5.5.2 · Band II, 7.5-5, 7.5.5.2

Vollständigen Quelltext lesen

Ausgelesener Originaltext der angegebenen Fundstellen. Für Tabellen, Formeln und getrennte Geltungsbereiche ist die Originalansicht maßgeblich.

V 2 (1) Die Versandstücke dürfen nur in Fahrzeuge EX/II oder EX/III, die den jeweiligen Vorschriften des Teils
9 entsprechen, verladen werden. Die Auswahl des Fahrzeugs hängt von der zu befördernden Menge
ab, die nach den Vorschriften für die Beladung (siehe Unterabschnitt 7.5.5.2) je Beförderungseinheit
begrenzt ist. Wenn eine Beförderungseinheit aus einem Fahrzeug EX/II und einem Fahrzeug EX/III be-
steht, in denen beiden explosive Stoffe oder Gegenstände mit Explosivstoff befördert werden, gilt die
für eine Beförderungseinheit EX/II geltende Mengengrenze des Absatzes 7.5.5.2.1 für die gesamte Be-
förderungseinheit.
(2) Anhänger, ausgenommen Sattelanhänger, die den Anforderungen für Fahrzeuge EX/II oder EX/III
entsprechen, dürfen von Motorfahrzeugen gezogen werden, die diesen Anforderungen nicht entspre-
chen.
Wegen der Beförderung in Containern siehe auch Abschnitte 7.1.3 bis 7.1.6.
Werden Stoffe oder Gegenstände der Klasse 1 in Containern in Mengen, für die eine aus einem oder
mehreren Fahrzeugen EX/III gebildete Beförderungseinheit erforderlich ist, zu oder von einem Be-
stimmungspunkt in einem Hafen, einem Bahnhof oder Flughafen im Vor- oder Nachlauf im Rahmen ei-
ner multimodalen Beförderung befördert, darf stattdessen eine aus einem oder mehreren Fahrzeugen
EX/II gebildete Beförderungseinheit verwendet werden, vorausgesetzt, die beförderten Container ent-
sprechen den jeweiligen Vorschriften des IMDG-Codes, des RID oder der Technischen Anweisungen
der ICAO.

Ergänzend: verwiesener ADR-Abschnitt
7.5.5.2 Begrenzungen für explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff
7.5.5.2.1 Beförderte Stoffe und Mengen
Die gesamte Nettomasse in kg der explosiven Stoffe (oder, bei Gegenständen mit Explosivstoff, die ge-
samte Nettomasse des in allen Gegenständen enthaltenen Explosivstoffs), die in einer Beförderungseinheit
befördert werden darf, ist entsprechend den Angaben der folgenden Tabelle begrenzt (siehe auch Unter-
abschnitt 7.5.2.2 über die Zusammenladeverbote):
Höchstzulässige Nettomasse in kg je Beförderungseinheit von den in Gütern der Klasse 1 enthaltenen ex-
plosiven Stoffen
Beförde- Unter- 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 und ungerei-
rungs- klasse 1.6 nigte
einheit Verträg- 1.1A ausser ausser 1.4S leere
lichkeits- 1.1A 1.4S Verpa-
gruppe ckungen
EX/IIa) 6,25 1000 3000 5000 15000 unbe- 5000 unbe-
grenzt grenzt
EX/IIIa) 18,75 16000 16000 16000 16000 unbe- 16000 unbe-
grenzt grenzt
a) Für die Beschreibung von Fahrzeugen EX/II und EX/III siehe Teil 9.
7.5.5.2.2 Werden Stoffe und Gegenstände verschiedener Unterklassen der Klasse 1 in eine Beförderungseinheit
verladen und sind die Zusammenladeverbote des Unterabschnitts 7.5.2.2 berücksichtigt, ist die gesamte
Ladung so zu behandeln, als ob sie zur gefährlichsten Unterklasse gehörte (nach der Reihenfolge 1.1, 1.5,
1.2, 1.3, 1.6, 1.4). Jedoch wird die Nettomasse von explosiven Stoffen der Verträglichkeitsgruppe S bei der
Begrenzung der beförderten Mengen nicht berücksichtigt.
Werden Stoffe der Klassifizierung 1.5D in eine Beförderungseinheit zusammen mit Stoffen oder Gegen-
ständen der Unterklasse 1.2 verladen, ist die gesamte Ladung für die Beförderung so zu behandeln, als ob
sie zur Unterklasse 1.1 gehörte.
7.5.5.2.3 Beförderung von explosiven Stoffen oder Gegenständen mit Explosivstoff in MEMU
Die Beförderung von explosiven Stoffen oder Gegenständen mit Explosivstoff in MEMU ist nur unter fol-
genden Bedingungen zugelassen:
a) Der Beförderungsvorgang muss von der zuständigen Behörde auf ihrem Hoheitsgebiet genehmigt sein.
b) Der Typ und die Menge der beförderten verpackten explosiven Stoffe oder Gegenstände mit Explosiv-
stoff muss auf Typ und Menge begrenzt werden, die für die in der MEMU herzustellenden Menge des
Materials notwendig sind, und dürfen, sofern von der zuständigen Behörde nichts anderes zugelassen
ist, in keinem Fall überschreiten:
– 200 kg für explosive Stoffe oder Gegenstände mit Explosivstoff der Verträglichkeitsgruppe D und
– eine Gesamtmenge von 400 Einheiten Zündern oder Zündeinrichtungen oder eine Mischung bei-
der.
c) Verpackte explosive Stoffe oder Gegenstände mit Explosivstoff dürfen nur in Ladeabteilen befördert
werden, die den Vorschriften des Abschnitts 6.12.5 entsprechen.
d) In demselben Ladeabteil, in dem die verpackten explosiven Stoffe oder Gegenstände mit Explosivstoff
enthalten sind, dürfen keine anderen gefährlichen Güter befördert werden.
e) Erst, wenn die Beladung anderer gefährlicher Güter abgeschlossen ist, und erst unmittelbar vor der Be-
förderung dürfen verpackte explosive Stoffe oder Gegenstände mit Explosivstoff in die MEMU verladen
werden.
f) Wenn eine Zusammenladung von explosiven Stoffen oder Gegenständen mit Explosivstoff und Stoffen
der Klasse 5.1 (UN-Nummern 1942 und 3375) zugelassen ist, wird die Gesamtmenge für Zwecke der
Trennung, der Stauung und der höchstzulässigen Ladung als Sprengstoffe der Klasse 1 behandelt.
Originalseiten mit Tabellen und Fußnoten ansehen
ADR 2025 Band II, Originalseite 7.2-1
7.2-1 · Originalansicht vergrößern · Im Band II öffnen (PDF-Seite 627)
ADR 2025 Band II, Originalseite 7.5-4
7.5-4 · Originalansicht vergrößern · Im Band II öffnen (PDF-Seite 644)
ADR 2025 Band II, Originalseite 7.5-5
7.5-5 · Originalansicht vergrößern · Im Band II öffnen (PDF-Seite 645)

Weitere Fahrzeuge, Handhabung und Betrieb